Für den Deutschlandteil der U.D.O.-Tour hat sich ein amtliches Paket angekündigt - Mit MAJESTY und REBELLION im Vorprogramm stehen insgesamt drei Aushängeschilder deutschen Metals auf dem Spielplan - insbesondere die Jungs von REBELLION haben mit ihren bisherigen zwei Alben mächtig eingeschlagen und könnten es den altgedienten Recken von U.D.O. eventuell schwer machen, die Vorherrschaft am Ende der Konzerte zu behaupten.

Nachdem U.D.O. aus Osteuropa zurückgekommen sind, findet der Tourstart in Deutschland in der alten Heimat statt - in Solingen. Hier hat vor dreißig Jahren damals alles mit ACCEPT angefangen - und so ist der Auftritt in Solingen seit eh und je ein Pflichttermin auch im Tourkalender von U.D.O.

Bevor es allerdings soweit ist und U.D.O. mit ihrem neunten Album "Thunderball" im Gepäck die Bühne entern, sind pünktlich um 20 Uhr erst einmal MAJESTY an der Reihe.
Die Halle ist zwar erst zu gut 60% gefüllt, aber die fünf Jungs haben offensichtlich ein paar beinharte Fans mitgebracht, die von Anfang an lautstark "Hail, Hail to Majesty!" skandieren.
Die Band zeigt nicht nur vom Songmaterial, sondern auch von der Bekleidung der Akteure, dass sie zu Recht "die deutschen MANOWAR" sind - auch wenn für das Stage-Acting auf der kleinen Bühne kaum Platz ist.
Trotz des extrem "true-metallischen" Looks der fünf Musiker wissen sie durchaus einzuheizen - die Songs der Setlist sind gut gewählt, so feuern sie einen Kracher nach dem anderen ab - und spätestens ab der Bandhymne "Hail To Majesty" hat sich der Chor der Fangemeinde vervielfacht. Sänger Tarek fragt zwischenzeitlich "Mögt Ihr laute Musik?" - unnötigt zu erwähnen, was die Antwort ist - die Band reagiert mit "Into The Stadiums" - dem eingängigsten und straightesten Song überhaupt, das nachfolgende "Heavy Metal Battlecry" rockt noch eine Nummer heavier - und der Sound ist durchweg top, Instrumente und Vocals sind klar und deutlich.
Selten hat man bei der ersten Band des Abends das Publikum so begeistert gesehen und so bemerkt Tarek zurecht "Solingen - You Rock!!"
Nach einer dreiviertel Stunde haben MAJESTY ihr Set mit acht Songs durchgezockt werden unter tosendem Applaus verabschiedet.

Setlist Majesty:

Intro
Reign In Glory
Hail To Majesty
Into The Stadiums
Heavy Metal Battlecry
Sword And Sorcery
Fields Of War
Keep It True / Metalheads

Die nächsten, die im Cobra nach einer rekordverdächtigen Pause von nur 15 Minuten auf die Bühne kommen, sind REBELLION - zwei Alben haben die Mannen um Uwe Lulis und Tomi Göttlich schon im Gepäck - und eine gehörige Portion an Erfahrung ebenfalls, denn schließlich waren die beiden lange Zeit bei keinen geringeren als GRAVE DIGGER dabei - und auch Shouter Michael Seifert ist kein unbeschriebenes Blatt.
Auch hier ist der Sound makellos und auch die Stimmung kann sich sehen und hören lassen. REBELLION müssen schon ordentlich Dampf machen, um mit MAJESTY Schritt halten zu können - aber mit dem Songmaterial im Rücken, haben die fünf ebenfalls kein Problem - einzig Sänger Michael könnte seine Bühnenaktionen um ein paar Dinge erweitern - zeigt er doch während des 45-minütigen Auftritts eigentlich immer nur ein und dieselbe Geste - die hochgereckte rechte Hand mit dem Metallergruß...
Sonst gibt es hier aber keinen Grund zum Meckern - klasse Sound, klasse Stimmung, die Spielfreude ist REBELLION deutlich anzumerken - und insbesondere der Drummer zeigt extreme Klasse.
In der Setlist folgt ein Kracher wie "Adrenalin" auf den anderen - "Dragon's Fly" und "Through The Fire" sind nur einige mehr aus den neun Granaten, die Michael Seifert allesamt ankündigt, einzig "The Prophecy" zur Mitte ist marginal ruhiger geraten.
Kurz vor zehn ist Schicht für REBELLION - und den Job des Anheizers haben sie voll und ganz erfüllt.

Setlist Rebellion:

Intro
Born A Rebel
One For All
Word Is War
The Prophecy
Adrenalin
Dragons Fly
Through The Fire
Disdaining Fortune

U.D.O. lassen sich eine Menge Zeit - das Equipment der Vorbands ist schon längst abgeräumt, und doch dauert es noch bis 22:30 Uhr, bevor ein drittes Mal an diesem Abend das Licht ausgeht - und die U.D.O.-Fans (die Halle ist zu gut 80% gefüllt) - selten hat man so viele Zuschauer mit entsprechenden Band-T-Shirts gesehen - drängt nach vorne.
Für die Größenverhältnisse im Cobra haben U.D.O. einen großen Bühnenaufbau - und ein interessantes "Video-Backdrop" mit durchaus hochauflösenden Video-Spielereien, die zu den Songs passend hinter dem Drumkit entlang flimmern.
Den Einstieg machen die Jungs standesgemäß mit dem Titelsong des aktuellen Albums - und Udo selbst hat sich in ein Kostüm gezwängt, das wie eine Discokugel anmutet, aber unter dem entsprechenden Licht wohl eher den "Thunderball" darstellen soll.
Die Halle tobt bereits nach den ersten zwei Songs - und schon jetzt feuern U.D.O. einen ihrer Trümpfe ab - einen alten ACCEPT-Klassiker - und mit "Metal Heart" eine absolute Granate - die Stimmung ist kaum mehr zu toppen - und so ist es kein Wunder, dass nach der Begrüßung durch Udo Dirkschneider "Solingen, wie geht's?" der Antwortschrei monumental ausfällt - da glaubt man es Udo gerne, wenn er sagt "es ist immer schön, wieder hier zu sein!".
Einziges Manko (im Gegensatz zu den Vorbands): Udo's Stimme ist zu leise abgemischt, der Sound ist fett - aber selbst in der ersten Reihe muss man sich anstrengen, um den Text mitzukriegen - ein wenig helfen aber die vielen Fans, die ohnehin jede Zeile mitsingen.
Dass die Band ihr Handwerk versteht, zeigt sich auch daran, dass jeder Titel live ein wenig anders ist, als auf CD - zocken viele anderen Bands ihre Songs recht steril herunter, so basteln U.D.O. immer etwas anderes dazu - ein anderes Intro, Zwischenspiele, etc. - fast hat es den Anschein, als würden sie sich spontan zunicken und das ein oder andere einschieben.
Eigentlich hat der Auftritt nur zwei Mängel - die beiden Soli von Drummer Lorenzo und Gitarrist Igor - zu lang und zu unspektakulär.
Die einzige kleine Verschnaufpause zwischen den vielen Dampfhämmern gönnt sich die Band mit "Blind Eyes" - einem weiteren Track vom aktuellen Output.
Es ist schon Mitternacht, da verlassen U.D.O. die Bühne - um kurz danach zur ersten Zugabe zurückzukehren - Udo hat sich ein weiteres Mal umgezogen (bei "Man And Machine" kam er als Roboter) und tritt passend zu "Holy" als Bischof auf.
Zu "Trainride In Russia" schnallt sich Gitarrist Stefan Kaufmann mal eben das Akkordeon um und verbreitet gar ein wenig Schunkelstimmung im Saale.
Aber es geht noch weiter - die zweite Zugabe bringt die Songs, auf die das Publikum schon den ganzen Abend wartet - Udo kündigt an "jetzt kommen ein paar ganz alte Songs" - und mit "Princess Of The Dawn" und dem immer noch von einem markerschütternden Schrei eingeleiteten "Fast As A Shark" ist gegen 00:30 Uhr ein hammergeiles Konzert zu Ende.

Die Deutschland-Tour hat gerade erst begonnen - wer nicht zu einem der verbleibenden Dates geht, ist selber Schuld.
Die leidige Frage die bleibt ist, warum nach mittlerweile neun Studioalben immer noch mehr als die Hälfte der Songs (Soli zählen nicht) von ACCEPT stammen - ohne Frage sind die Songs Klassiker und zeitlos genial, aber eben nicht U.D.O....

Setlist U.D.O.:

Thunderball
Bullet And The Bomb
Metal Heart (ACCEPT)
Independence Day
Pull The Trigger
Living For Tonite (ACCEPT)
Drum Solo
Metal Eater
Restless And Wild (ACCEPT)
Blind Eyes
Neon Nights (ACCEPT)
Man And Machine
Guitar Solo
Slaves To Metal (ACCEPT)
Up To The Limit (ACCEPT)
Animal House
Balls To The Wall (ACCEPT)
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Holy
I'm A Rebel (ACCEPT)
Trainride In Russia
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Princess Of The Dawn (ACCEPT)
Fast As A Shark (ACCEPT)

(Naglagor)

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