shwanjames ontheshouldersofgiantsBei dem amerikanischen Musiker SHAWN JAMES den Durchblick zu behalten, ist gar nicht so einfach, denn Shawn tritt sowohl als Solokünstler in Erscheinung als auch zusammen mit seiner Band The Shapeshifters unter dem Namen SHAWN JAMES & THE SHAPESHIFTERS. Von diesen hatte ich 2015 das Album „The Gospel According To Shawn James & The Shapeshifters“ vorliegen, das es dann, warum auch immer, doch nicht zu Reviewehren bei uns gebracht hat, im Gegensatz zum aktuellen Output „On The Shoulders Of Giants“.

„On The Shoulders Of Giants“ ist dabei bereits das dritte Solowerk des 1986 geborenen amerikanischen Musikers und Multiinstrumentalisten, eigentlich ist es bereits im letzten Jahr offiziell erschienen, kommt hierzulande aber erst im Herbst 2017 in den Vertrieb, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass er dieses Jahr mit seiner Band unter anderem auf dem Wacken Open Air spielen durfte.

Hört man sich mit dieser Information im Kopf sein „On The Shoulders Of Giants“ Soloalbum an, dann fragt man sich ganz ernsthaft, was ein solcher Künstler auf einem Rock- und Metalfestival zu suchen hat, denn auf diesem Album serviert uns SHAWN JAMES reinrassigen Blues, welchen ich aufgrund seiner vertonten Dunkelheit und Tristesse mal frei und politisch nicht ganz korrekt als „Suicidal Blues“ umschreiben möchte.

Dabei fällt bereits beim ersten Hören dieses kurzen Albums auf, dass „On The Shoulders Of Giants“ monotoner ist als die meisten Funeral Doom Veröffentlichungen, es gibt 9 Songs, die alle echt gleich klingen. Es gibt eine tief gestimmte, brummende E-Gitarre, die ab und zu mit einer akustischen die Rolle tauschen darf, eine Bassdrum und ein Tambourin als Rhytmusgeber sowie die dunkle, tiefe und eindringliche Stimme von SHAWN JAMES. Diese Elemente hört man dann 33 Minuten lang, dann ist „On The Shoulders Of Giants“ vorbei und eigentlich ist man als Hörer dann auch ganz froh darum.

SHAWN JAMES ist in der Tat ein guter Sänger und Musiker, der sich in meinen Augen mit diesem Album aber keinen Gefallen getan hat, denn es ist schlicht und einfach langweilig, was sicherlich auch an der fehlenden Band hängt. Wenn SHAWN JAMES wenigstens mal seinen Gesangsstil oder das Tempo oder die Instrumente variieren würde, dann könnte man zumindest stellenweise Applaus spenden, aber so ist „On The Shoulders Of Giants“ öde und ermüdend, dabei hat man auch als Solokünstler unzählige Möglichkeiten.

Ich habe dieses Jahr für mich den deutschen Künstler BAD TEMPER JOE entdeckt, der stilistisch ähnlich minimalistisch und musikalisch vergleichbar negativ gefärbt agiert und dieser schafft es deutlich spannender Songs und Geschichten zu erzählen.
Im September erscheint auch eine neue EP von SHAWN JAMES & THE SHAPESHIFTERS, also in der Bandvariante, und zumindest da bin ich zuversichtlich, dass diese Musik besser sein wird. Hätte ich etwas von diesem Album hier erwartet, dann wäre ich jetzt enttäuscht. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20165,0 5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 33:00 min
Label: Shawn James Music/Membran
Veröffentlichungstermin: 15.09.2017

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