sevenkingdoms decenniumWenn eine Band einen Titel namens „Stargazer“ veröffentlicht, dann weckt das automatisch mein Interesse. Einmal aus persönlichen Gründen, einige wenige werden nun wissen warum, und einmal aus dem Grund, dass man sich als Band genau überlegen sollte, ob man einem seiner eigenen Songs genau diesen Titel gibt, schließlich heißt einer der besten jemals geschriebenen und aufgenommen Songs genau so: „Stargazer“ (RAINBOW 1976). Die mir bis dato nicht wirklich bekannte Band SEVEN KINGDOMS aus den USA hat genau das getan und den Opener des aktuellen Albums „Decennium“ so getauft und was soll ich sagen. Nicht nur besagter Opener haut mich um, sondern die komplette Platte ist der Wahnsinn.

Nach zwei Dekaden als Heavy Metal Anhänger, die Band selber existiert dem Titel „Decennium“ folgend seit zehn Jahren, also seit 2007, bin ich eigentlich gar nicht mehr so erpicht darauf, neue Bands kennen zu lernen, denn man kennt bereits so viel und der Tag hat schließlich auch nur 24 Stunden, aber SEVEN KINGDOMS lohnen sich auf jeden Fall entdeckt zu werden.
Stilistisch erinnert mich die Band aus den Staaten vom Grundsatz her an die norwegische Band TRIOSPHERE, nicht nur weil beide Bands eine Frontfrau haben, die recht hoch singt und damit nicht ganz unansträngend ist. Sondern insbesondere deshalb, weil auch SEVEN KINGDOMS progressiv beeinflussten Heavy Metal spielen, technisch auf einem hohen Niveau, im Gegensatz zu TRIOSPHERE treten SEVEN KINGDOMS allerdings pausenlos aufs Gaspedal.

Das gesamte Material hat damit auch eine starke Verbindung zum Power und Speed Metal, auch Thrash Metal Maniacs könnten grundsätzlich mit dem Material etwas anfangen, weil die Band eben trotz Frontfrau, starken Melodien und manchen bombastischen Parts durchweg die Heavy Metal Fahne hochhält. Ein großes deutsches Printmagazin hat SEVEN KINGDOMS unlängst mit Bands wie EPICA und EDENBRIDGE in einen Topf geworfen, was in etwa so passend ist wie DREAM THEATER mit GREEN DAY zu vergleichen…wenn schon dann erinnern das Songwriting, die Riffs, die Melodien und die Themen an BLIND GUARDIAN zu Zeiten von „Tales From The Twilight World“. Eine Band wie DRAGONFORCE ist stilistisch sicherlich auch nicht ganz so weit entfernt.

Positiv an „Decennium“ stellt sich im Laufe der Zeit heraus, dass echt jeder der zehn Songs ein voller Treffer ist, ganz vorne stehen für mein Dafürhalten die Hymne „In The Walls“, das mit einem von Andre Olbrich (BLIND GUARDIAN) inspirierten Riff/Solo versehene „The Tale Of Deathface Grinny“ sowie der der progressive Albumabschluss in Form von „Awakened From Nothing“.

Eine ernsthafte Schattenseite gibt es bei allen Komplimenten bei diesem Album allerdings auch zu verzeichnen, die Band um die kreativen Köpfe Sabrina Cruz (Gesang) und Camden Cruz (Gitarre) haben die Abwechslung nicht gerade mit Löffeln gefressen. Alle zehn Songs sind flott unterwegs und tendieren in die Speed Metal Richtung, zumindest ein oder zwei Mid-Tempo Stücke oder Balladen hätten sicherlich nicht geschadet und „Decennium“ wäre bei ähnlicher Songqualität im Gesamteindruck noch besser geraten.

Es steht außer Frage, dass SEVEN KINGDOMS das Rad mit ihrer Musik nicht neu erfinden, wie man so schön sagt, trotzdem ist die Band eine eindeutige Empfehlung wert, weil sie manche Fehler der Konkurrenz gerade nicht macht. In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein, dass es eigentlich schade ist, dass SAVAGE CIRCUS nicht mehr greifbar existent sind, deren Debüt „Dreamland Manor“ und vorliegendes „Decennium“ haben in Sachen Stil und Leidenschaft durchaus Gemeinsamkeiten. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 51:40 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 05.05.2017

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